Neurobiologie der Agression

Referent: Prof. Dr. Thomas Kuner , Universität Heidelberg

Vortrag am 27. November 2017

Durch Gewaltakte sterben jährlich weltweit etwa 1,5 Millionen Menschen. Von den Gewalttoten entfallen etwa 50% auf Suizid, 35 % auf Mord und 12 % auf bewaffnete Konflikte. Bei über 90 % der Suizidtoten und 50 % der Morde, also insgesamt etwa 80 % aller Gewalttoten, geht man von einer ursächlichen Beteiligung psychischer Erkrankungen aus. Ist Gewalt somit vorwiegend Krankheit? Diese Frage soll als Aufhänger dienen um die neurobiologischen Grundlagen von Aggressionsverhalten zu erläutern. Zwei Formen von Aggressionsverhalten, impulsive und instrumentelle Aggression, spiegeln sich in bestimmten Persönlichkeitsstörungen wieder. Welche Entsprechung finden diese Krankheitsbilder nun auf der Ebene des Gehirns, der Nervenzellen und synaptischen Kommunikationsstellen? Ein Ausflug in die Konzepte neurobiologischer Forschung und die Anatomie des Gehirns versucht die Spannbreite und Grenzen heutiger Erklärungsmodelle darzustellen. An mehreren Beispielen wird aufgezeigt wie unser Gehirn Aggressionsverhalten erzeugen kann: welche Regionen des Gehirns dabei eine Rolle spielen, wie kleine Veränderungen in neuronalen Schaltkreisen und die veränderte Funktion einzelner Eiweißstoffe des Gehirns solche Verhaltensweisen auslösen können. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen könnte zur Entwicklung neuer Strategien der Beeinflussung menschlichen Aggressionsverhaltens führen.

 Prof. Dr. Thomas Kuner (SFB Teilprojekt B08)  ist seit 2006 Professor für Anatomie und Zellbiologie und Leiter der Abteilung Funktionelle Neuroanatomie an der Universität Heidelberg. Nach der Promotion wechselte er als Postdoktorand an das Duke University Medical Center in Durham. 2002-2005 war er Leiter der interdisziplinären Forschergruppe "WIN-Olfactory Dynamics Group" an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 2006 Abteilungsleiter am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. 
 

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